Kreta
Kreta damals und heute
Was muss Kreta in der Antike fuer ein schoenes und kulturelles Land gewesen sein. Keine politischen Auseinandersetzungen und keine Kriege (nicht einmal Waffen). Nach dem Untergang der Minoischen Kultur ging auch die Insel unter. Kreta erlebte nur noch Invasoren, die sich mit Waffengewalt breitmachten. Mykener, Dorer, Venezianer, Araber, Tuerken und Deutsche. In dieser Zeit erhielt Kreta nie die Chance, sich selbst zu entwickeln, sich eine eigene Kultur - ein eigenes Gesicht zu geben. Die letzte Invasion, der Tourismus gab Kreta den Rest...
Fuer mich stellt sich heute die Frage, ob es eine gute Idee war, dass Kreta 1913 Griechenland beigetreten ist. Der damalige Eintritt erfolgte, um der Tuerkenherrschaft endgueltig zu entkommen. Die Initiative hierfuer war der Einfluss der Grossmaechte, insbesondere England und wo die ihre Finger mit im Spiel hatten, wurde meistens Chaos hinterlassen.
Die Kehrseite der Medaille ist, das es Kreta auch mit fremder Hilfe nicht schafft, sich wirtschaftlich zu entwickeln, weil die Einwohner der Insel einfache Menschen sind und ueberwiegend der Landwirtschaft nachgehen. Teilweise leben sie noch 500 Jahre zurueck und schaffen es rein von der Mentalitaet nicht, zukunftsorientierend zu denken und handeln. Viele haben in ihrem Leben noch nie die Insel verlassen und kennen ausser ihrem Dorf und der naechsten Grosstadt nichts von der Welt.
Durch den Beitritt in die EG geht es den Landwirten schlechter, wie in den anderen europaeischen Laendern. Bekommt der Bauer fuer den Liter Olivenoel je nach Qualitaet bis zu 3 Euro und bedenkt man, zu welchen Preis es in anderen Laendern verkauft wird, dann kann die Landwirtschaft auf Kreta nicht mehr auf die Beine kommen. Den groessten Kostenfaktor hat der Bauer. Bewaesserung der Olivenbaeume und die Bezahlung der Erntehelfer - da kann keine Lust mehr aufkommen, um diese Arbeit weiter zu machen, weil sie sich nicht lohnt.
Die Kinder verlassen die Schule und nehmen nie mehr ein Buch in die Hand. Es findet keine Weiterbildung mehr statt, weil das Interesse fehlt und der Lebensunterhalt immer teurer wird.
Um all die Probleme aufzulisten, wuerde eine eigene Homepage ergeben. Bei all den Schwierigkeiten muss man Prioritaeten setzen und versuchen, im Kleinen etwas zu erreichen. Manchmal gelingt es.
Ansonsten kommt zu viel Tristesse auf.
